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Spezialgebiete der Astrologie: Mundanastrologie, Hamburger Schule, TPA, MRL, API Huber, Ereignishoroskope
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GreenTara
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Beitrag von GreenTara » Di 9. Mai 2017, 09:44

Hallo zusammen :)

hier sind in loser Reihenfolge alte Artikel aus meinem ersten Blog zu finden. Leider ist dieser Blog einem automatischen Software-Update zum Opfer gefallen und ließ sich nicht wiederherstellen.

In der Datenbank sind zwar alle Beiträge gespeichert, aber viele Grafiken und Querverweise sind perdue. Die Artikel, die dennoch lesbar und ohne Grafik zu verstehen sind, werden hier nach und nacht zu finden sein.

Liebe Grüße
Rita

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Der Dobermann, die Milch, der Mond und die Konstruktion

Beitrag von GreenTara » Di 9. Mai 2017, 09:50

In einem Vortrag, der auf seinem Buch "Wie wirklich ist die Wirklichkeit" beruht, bringt Paul Watzlawick etliche Beispiele dafür, wie Menschen und höhere Tiere ihre Wirklichkeit "konstruieren", um sich nicht in Sinnlosigkeit und der daraus resultierenden Verwirrung zu verlieren. Das heißt, sie setzen etwas zueinander in Beziehung, was nicht zwangsläufig einen Bezug zueinander haben muss! Als ein Beispiel für diese "Konstruktionen" berichtet Watzlawick von einem Dobermann, der eine Leidenschaft für Milch entwickelte.

Der Halter des Dobermanns ließ den Hund, der die Nacht im Haus verbrachte, jeden Morgen in den Garten laufen, damit er dort sein "Geschäft" verrichten könne. Jeden Morgen füllte der Halter in der Zwischenzeit den Napf mit Milch. Wenn der Hund dann ins Haus zurückkehrte, lief er zu seinem Napf und trank mit Begeisterung seine Milch. Eines Morgens war keine Milch mehr da. Der Hund lief wie gewohnt zu seinem Napf, stutzte. Dann lief er wieder in den Garten, presste aus Leibeskräften drei Tropfen aus seiner leeren Blase und lief wieder ins Haus und zu seinem Napf. Nur, es war trotzdem keine Milch da.

Watzlawick schließt daraus, dass sich die Wirklichkeit, die nicht ungefiltert wahrgenommen werden kann, dann zeigt, wenn die Konstruktionen der Wirklichkeit zusammenbrechen, nicht mehr gültig sind. Die gültige Wirklichkeit des Hundes war: "Wenn ich in den Garten laufe, mein Geschäft verrichte und dann ins Haus zurückkehre, dann ist Milch in meinem Napf". Er realisiert nicht, dass es keinen zwingenden Zusammenhang zwischen seinem Gartengang und dem Vorhandensein von Milch in seinem Napf gibt. Und so wiederholt er sein Verhalten, um an die Milch zu kommen. Außenstehenden ist bewusst, dass auch ein fünfter und sechster Gang in den Garten keine Milch in den Napf zaubern wird. Dem völlig verwirrtem Hund jedoch nicht.

Das heißt, der Hund unterliegt - wie die meisten Menschen, einem Trugschluss. Denn die wahrgenommene, konstruierte Wirklichkeit wird für die wirkliche Wirklichkeit, also für wirklich/wahr/real existierend gehalten. Ordnungen werden konstruiert, um Bezugspunkte zu haben, um an Erfahrungen anknüpfen zu können.

Von der wirklichen Wirklichkeit wissen wir nur, was sie nicht ist. So lange unsere Konstruktionen passen, ist das Leben relativ unproblematisch und erträglich. Stürzen die Konstruktionen ein, sind Kummer, Schmerz, Verwirrung die Folge. Dies wird schon in den Upanishaden beschrieben als die Wurzel menschlichen Leides: Es entsteht, wenn sich die wirkliche Wirklichkeit von unserem Bild der Wirklichkeit unterscheidet.

Wenn wir bisher erfahren haben, dass ein Gespräch etwas klären kann, dann werden wir alles daran setzen, ein Gespräch zu führen, um Meinungsverschiedenheiten oder anderes aus dem Weg zu räumen. Wir werden fassungslos und vielleicht auch wütend und ohnmächtig feststellen, dass uns das nicht mit jedem Menschen gelingt. Dennoch verhalten wir uns wie der Dobermann. Wieder und wieder suchen wir das Gespräch, scheitern wieder und wieder und werden immer unglücklicher, sind immer verstimmter, fühlen uns unverstanden und verlassen, schlecht behandelt oder missachtet. Nur selten kommen wir auf die Idee, dass ein Gespräch nicht zwingend eine Klärung herbeiführt. Aus der Erfahrung, dass es oft funktioniert, machen wir innerlich ein immer.

Oder wir haben gelernt, dass es zu einer richtigen Beziehung gehört, zu heiraten. Wir setzen alles daran, dass sich dieser Wunsch erfüllt, weil wir hoffen, dass sich dann unser Zustand verändert und wir verheiratet sehr glücklich sein werden. Die Heirat findet statt und nicht viel später setzt die Ernüchterung ein. Unser Zustand hat sich nicht deutlich spürbar verändert, wir sind nicht glücklicher.

Oder wir streben lange Jahre auf ein berufliches Ziel zu, nehmen viele Anstrengungen in Kauf, sagen uns: "Wenn ich diese Position erreicht habe, dann...". Unsere Mitmenschen bestärken uns, indem sie bewundern, welche Mühen wir auf uns nehmen, um unser Ziel zu erreichen, sie sprechen uns Mut zu, schenken uns ihre Aufmerksamkeit. Dann sind wir endlich am Ziel, haben die neue Position. Nur - die ist nicht so, wie wir uns das ausmalten. Zwar sind wir nun weisungsbefugt, dürfen Anordnungen erteilen, aber den Grad an Entscheidungsspielraum, den wir uns vorstellten, haben wir nicht. Wir sind auch nicht zufriedener. Womöglich sind wir unzufriedener und unglücklicher als zuvor, denn wir fühlen uns um den Lohn unserer Anstrengungen und Bemühungen betrogen.

Was ist geschehen? Wir sind auf unsere Konstruktion "Wer sich anstrengt und ein Ziel erreicht, wird danach immer zufrieden sein" hereingefallen. Und wir verneinen, dass wir die Architekten unserer Wirklichkeit und damit unseres Lebens sind.

Hieraus könnte man ableiten, dass auch Astrologie eine Form der vielen möglichen Konstruktionen ist, mit deren Hilfe wir die Wirklichkeit wahrnehmen (und ich persönlich meine, das es auch so ist). Eine Methode, die genau dies berücksichtigt, ist die Transpersonale Astrologie. In der Deutungshierarchie des „Kybernetischen Modells“ stehen die Faktoren Mond, Merkur und Sonne an erster Stelle und innerhalb dieses „Ersten Regelkreises“ ist es der Mond als der primäre Wahrnehmungsfilter, der zuerst gedeutet wird. Seine Zeichen- und Hausposition, auch als Häuserherrscher, beschreibt, was aus dem Spektrum des Wahrnehmbaren als Wirklichkeit herausgefiltert wird. (Das ist vermutlich auch gut so, denn sonst würde „mensch“ ob der Fülle der möglichen Wahrnehmungen von Eindrücken völlig überflutet werden.) Der Mond wiederum hat eine Art natürliche Verwandtschaft zum IC und dem 4. Haus, also den Bereichen des Horoskops, die die seelische Eigenart in symbolischer Form beschreiben sowie zum Tierkreiszeichen Krebs. Die Spitze des Hauses, welches in dieses Tierkreiszeichen fällt, beschreibt also den Auftrag, den der Mond in dem Haus ausführt, in dem er im Horoskop steht.

Es kann nützlich sein, sich dies für sich selbst anzuschauen und zu prüfen, wie die eigene Wahrnehmung beschaffen ist. Aber Vorsicht: Auch dies ist nur eine weitere Konstruktion. ^^

Basis dieses Artikels ist: Wie wirklich ist die Wirklichkeit, Ausstrahlung des Deutschlandradios (Radio Kultur) eines Anfang der 90er von Paul Watzlawick gehaltenen Vortrags

Wie wirklich ist die Wirklichkeit - Das wir die Welt nicht einfach vorfinden, sondern unsere Welten erfinden, ist einer der Grundgedanken des radikalen Konstruktivismus. Watzlawick, Philosoph und Psychotherapeut, bringt uns diese Sichtweise in seinem Vortrag auf wirklich unterhaltsame Weise näher.

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Schmerz und Leid im Quadrat

Beitrag von GreenTara » Mi 10. Mai 2017, 16:02

Die meisten Anfragen an jemanden, der sich astrologisch betätigt, sind aus einer Situation heraus gestellt, in der es dem oder der Fragenden nicht sonderlich gut geht. Nicht selten geht es um die Frage: „Wie lange noch?“ oder „Warum muss ich so leiden?“

Ich meine, es lohnt sich, zwischen Schmerz und Leid zu differenzieren. Schmerz – körperlich und seelisch – lässt sich nicht vermeiden. Was vermindert werden kann, ist das Leiden am Schmerz. Anmerkung: Gerade um das Leiden und das Ende des Leidens geht es in den Vier Edlen Wahrheiten Buddhas. Wer diese studiert, durchdenkt, vielleicht auch darüber meditiert, wird nach und nach erkennen, was Leid verursacht.

Körperlicher und seelischer Schmerz können sich nur im I. und II. Quadranten ereignen. Das Leiden hingegen, nämlich die geistige oder gedankliche Bindung oder „Anhaftung“ an das schmerzliche Geschehen, an die schmerzliche Erfahrung, kann sich nur um mentalen, dem III. Quadranten abspielen. So wird sich im 8. Haus das Leid „konkretisieren“, zum Beispiel auf Grund einer Idealvorstellung. Weicht ein reales Erleben stark von dieser Vorstellung ab, so wird das Leid am schmerzlichen Ereignis ebenfalls groß sein – vor allem dann, wenn man sich darauf fixiert, dass das Leben gefälligst schmerzfrei zu sein habe.

Im 9. Haus zeigt man sein Leid in seinem sozialen Umfeld, im 3. Haus würde man die körperlichen Auswirkungen zu sehen bekommen (etwa das gebrochene Bein in Form des Gipsverbandes). Allerdings lässt nur der Gipsverband allein keine Rückschlüsse darauf zu, wie stark der Träger tatsächlich an der Fraktur leidet. Im Kollegenkreis hingegen, bei den Nachbarn, bei Freunden, wird dies offenbart (Haus 9). Vielleicht humpelt man dann besonders stark oder gibt sich betont tapfer. Vielleicht zeigt jemand Gleichmut.

Schon seit einiger Zeit bewegt mich die Frage, weshalb nicht wenige Menschen sich schwer damit tun, seelischen Schmerz „loszulassen“. Schneidet sich jemand in den Finger, so wird er meist die Wunde versorgen, eventuell einige Tage lang leise vor sich hinfluchen, wenn er gegen die Wunde stößt und das alles spätestens dann vergessen, wenn die Wunde abgeheilt ist. Seelische Schmerzen hingegen werden nicht selten ständig wiedergekäut, bei manchen habe ich gar den Eindruck, als fänden sie eine Art Befriedigung daran, sich wieder und wieder an den Schmerz, die Verletzung, zu erinnern und so etwas wie eine Geschichte daraus zu machen, die sie sich selbst und anderen wieder und wieder erzählen.

Eine mögliche Erklärung hierfür wäre die Beziehung der Quadranten zueinander. Körperlicher Schmerz ist im I. Quadranten anzusiedeln, dieser liegt in Opposition zum III. Quadranten. Seelischer Schmerz ist dem II. Quadranten zuzuordnen, dieser bildet eine Quadratbeziehung zum III. Quadranten. Oppositionelle Beziehungen sind in der Regel leichter „handhabbar“, da sie einander bedingen wie Tag und Nacht. Quadratbeziehungen stellen eine ständige Herausforderung dar. Markus Jehle beschrieb Quadrate sinngemäß so: „Es ist unmöglich, diese Eigenschaften/Bedürfnisse unter einen Hut zu bekommen, und es ist auch dann nicht möglich, wenn man ihnen jeden Tag einen neuen Hut kauft.“ Quadrate sind demnach wie „Motoren“ oder anders ausgedrückt, eine Quelle der Motivation. Bezogen auf den seelischen Schmerz und das daraus resultierende Leiden könnte man meinen, dass diese Erfahrung „gebraucht“ wird, um einen eigenen Weg aus dem Leiden heraus zu finden.

Soweit meine Hypothese. Zu überprüfen wäre, ob Menschen mit Betonungen des II. und III. Quadranten tatsächlich ein subjektiv hohes Maß an Leidenserfahrung "benötigen", um sich entschließen zu können, das Anhaften am Schmerz aufzulösen.

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Mond/Pluto - Macht und Ohnmacht der Gefühle

Beitrag von GreenTara » Fr 12. Mai 2017, 15:36

Pluto ist ein sehr mächtiger Planet im Horoskop, er lässt uns bis an unsere Grenzen gehen, treibt uns an das Limit unserer Kräfte und weckt dabei unsere "Überlebensinstinkte". Uns wird der Zugang zu unserer individuellen Macht möglich, der uns sonst verwehrt ist. Diese Macht kann uns die Chance geben, etwas radikal zu verändern und wie ein Phönix aus der Asche zu steigen, oder alles um uns herum einschließlich uns selbst zu vernichten.

Eine der schwierigsten Konstellationen ist Mond/Pluto. Der Mond ist unser individuellster Planet, Symbol unserer Gefühle und unseres inneren Kindes, eigentlich unser intimster Planet. Dementsprechend schwierig kann sich der Kontakt dieser Seite in uns mit Pluto gestalten, der kein Erbarmen kennt und uns mit Macht und Ohnmacht konfrontiert.

Menschen mit Mond/Pluto im Horoskop kennen es, mit den eigenen Gefühlen am Rande des Wahnsinns zu dümpeln. Dazu kommt es nämlich, wenn sie jahrelang ihre Gefühle unterdrücken, sich fremden Vorstellungen unterwerfen und sich ihrer eigenen unterdrückten Triebe nicht bewusst sind. Meist sind es die Eltern oder die familiären Umstände, die dazu beitragen, dass das eigene Gefühlsleben nicht erkannt wird. Es wird stattdessen mit fremden Vorstellungen und Ballast angereichert, u.a. mit ungelösten familiären Verstrickungen. Diese können unfrei machen, belagern die eigene Seele.

Wenn jedoch die familiären Verstrickungen und ungelösten Probleme überhand nehmen und dem Menschen hindern, er selbst zu werden, spätestens dann erlangt er Zugriff zu seiner wahren Macht. Die Unterwerfung seiner Seele durch äußere Mächte ist nur der andere Pol zu der Macht, die in seinem Inneren schlummert - die Macht, die es ihm ermöglicht, seine Seele zu befreien und wahrhaftig zu leben, ohne fremde Unterdrückung.

Ist der Mensch mit Mond/Pluto an diesem Punkt angelangt, kennt er mit seinem Umfeld keine Gnade mehr. Ungeahnte Kräfte werden frei, es kommt zu einem vulkanartigen Ausbruch der Gefühle. In diesem Zustand kann ihn nichts mehr aufhalten, denn er weiß, dass seine Wahrhaftigkeit auf dem Spiel steht, die Wahrheit seiner Gefühle. Er will nicht mehr von anderen in Muster gedrängt werden, die ihm nicht entsprechen, mit denen er nicht leben kann und nicht leben will.

Nimmt sein Kampf um die wahre Identität seiner Gefühle kein Ende, zerstört er unweigerlich seine Umwelt, bis er auch sich selbst zerstört. Was übrig bleibt, ist ein leergefegtes Schlachtfeld und nur die Überreste darauf lassen erahnen, welch gewaltige Kraft freigesetzt wurde. Mond/Pluto tendiert dazu, seine Grenzen falsch einzuschätzen. Da er aus jeder emotionalen Krise und jedem Loch wieder gestärkt hervorgehen kann, glaubt er vielleicht, unbesiegbar zu sein. Doch auch Pluto hat Grenzen, und alles, was Pluto macht, macht er radikal - daher gibt es nach dem Überschreiten der Grenze kein Zurück mehr, was durch Pluto einmal vernichtet wurde, ist für immer vernichtet.

Besonders heftig kann sich dieser Konflikt gestalten, wenn er die Familie und die Beziehung betrifft. Symbolisch lässt sich das am fixen Kreuz Löwe/Wassermann - Stier/Skorpion erklären. Der Löwe-AC ist ein Paradebeispielt dafür. In fast allen Breiten steht bei einem Löwe-AC auch der IC im Skorpion. Der IC im Skorpion steht dafür, dass der Betreffende tief in seine Familien eingewoben ist, verwurzelt in ihre Vorstellungen und Traditionen. Der Löwe-AC hat jedoch das Bedürfnis, er selbst zu werden, aus seinem Herzen zu leben. Dazu hat er als Gegenpol den Wassermann-DC, und hier zeigt sich dann deutlich der Konflikt. Der Wassermann-DC liefert Partnerschaften, die ex-zentrisch sind, sie liefern neuen und unbekannten Stoff, welche die eigene Persönlichkeit herausfordern und ergänzen sollen (Löwe-AC). Dieses Wechselspiel der Individualisierung auf der AC/DC-Achse steht im Konflikt zum IC im Skorpion, indirekt auch Mond/Pluto. Die familiäre Situation, der Hintergrund, verträgt sich schwer mit den Vorgängen auf der AC/DC-Achse und somit in der Partnerschaft.

Autor: Astro25

Danke für die Erlaubnis zur erneuten Veröffentlichung.

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Archiv: Karma-Astrologie Part I

Beitrag von GreenTara » So 21. Mai 2017, 11:00

Nein, nein, das wird keine Einführung in die Karma-Astrologie. (Falls Sie eine solche suchen, bemühen Sie bitte Google oder Bing erneut.) Ich verstehe aber, dass das Thema Sie fasziniert. Es klingt so bedeutsam, so mystisch, so geheimnisvoll – und so viel versprechend. Sollten Sie dennoch weiterlesen wollen, rechnen Sie mit einer gelinden Ernüchterung.

Mir liegen drei Bücher vor, die sich mit Karma-Astrologie beschäftigen, zwei davon im Sinne einer Einführung mit vielen Beispielen und Textbausteinen der karmischen Bedeutungen von Konstellationen. Das dritte ist eine Zusammenfassung mehrerer Seminare, in denen es hauptsächlich um die Bedeutung der rückläufigen Planeten geht. Bei Buch Nr. 1 und Nr. 2 stellen sich mir die Haare auf. Da finden sich Aussagen wie:
Der Horoskopeigner nutzte in früheren Zivilisationen kosmische oder irdische Energie, um fortschrittliche technologische Neuerungen zu realisieren (rückläufiger Uranus in Wassermann).
Oder:
Die Geschwister des Horoskopeigners hatten in seinen früheren Leben große Schwierigkeiten, mit seiner Ungeduld ihren Wissensfortschritten gegenüber fertig zu werden (rückläufiger Uranus im 3. Haus).
Beides ist in keiner Weise belegbar oder überprüfbar, abgesehen davon, dass nicht näher erläutert wird, was man unter kosmischer Energie zu verstehen hat oder was der Horoskopeigner daraus für seinen Umgang mit aktuell nicht vorhandenen Geschwistern lernen kann. Ähnliche Deutungen ziehen sich durch sämtliche Kapitel der beiden Bücher. Der Leser, der versucht, die Materie ernst zu nehmen, wird sich nach einer Weile fragen, ob er denn wirklich so ein ungeratenes Subjekt ist - und sich schlimmstenfalls die Kugel geben wollen. Das ist nicht an den Haaren herbeigezogen, so etwas liest man in einschlägigen Foren nicht selten.

Beschäftigen wir uns aber zunächst mit einem kleinen Beispiel.

Ein Mann bringt einen anderen mittels eines Schneidwerkzeuges ums Leben.

Was bedeutet diese Tat für sein Karma?

Jemandem das Leben zu nehmen, ist wohl eher nicht so förderlich. Allerdings kommt es auf die Umstände und vor allem auf das Motiv der Handlung, der Tat (wörtliche Bedeutung von Karma: Tat, Handlung) an. Wenn ein Chirurg beherzt sein Skalpell ergreift, um jemanden vielleicht doch noch mit einer Notoperation zu retten, so ist das etwas anderes als ein Mord.

Gehen wir einen Schritt weiter: Beide, der Chirurg und der Mörder, weisen ähnliche Konstellationen im Horoskop auf, zum Beispiel einen rückläufigen Mars in Skorpion. Wie will ein Astrologe wissen können, ob derjenige nun womöglich Arzt oder Mörder war, um dann im Brustton der Überzeugung zu äußern, dass man in früheren Leben ein gewalttätiger Mensch gewesen sei und dieses Karma nun abzubüßen hätte? Was macht ein Kunde mit so einer Aussage? (Bestenfalls zeigt er dem Astrologen einen Vogel oder lacht schallend, aber die Absurdität solcher Aussagen muss ja zunächst durchschaut sein, was in bestimmten, zu solchen Astrologen treibenden Situationen nicht immer leicht fällt.) Was hilft dieses „Wissen“, was nützt es bei der Bewältigung von Problemen oder bei der Suche nach Lösungen? Bestenfalls kann eine Akzeptanz des eigenen Soseins die Folge einer solchen Beratung sein, eine Fokussierung auf das Hier und Jetzt. Da aber der direkte Bezug zum damaligen Erleben fehlt, scheint mir wenig wahrscheinlich, dass mehr als große Knoten im Kopf die Folge sind. Was ja Anlass sein kann, sich zu fragen, wie man auf die Idee kam, etwas über sein Karma erfahren zu wollen. Ganz allgemein dürfte dieser Kommentar es wohl eher treffen:
Ist doch schön: dass es einem jetzt so schlecht geht, lag daran, dass man iiiiiiirgendwann mal ein ganz schlechter Mensch war. Der man heute allerselbstverständlichst nicht mehr ist. Also braucht man an sich auch nichts mehr zu arbeiten, weil man ja sowieso nur noch die alte Strafe absitzt und danach dann wahrscheinlich erleuchtet ist.
Falls Sie das Lesen des bisherigen Textes nicht ermüdet oder gelangweilt hat, freuen Sie sich auf Karma-Astrologie Part II demnächst hier in diesem Blog.

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Archiv: Karma-Astrologie Part II

Beitrag von GreenTara » Mi 24. Mai 2017, 16:12

Kommen wir zur Begriffsklärung, die in Part I etwas kurz gekommen ist.

Wörtlich übersetzt bedeutet Karma Tat/Handlung. Kurz angerissen wurde auch die Bedeutung der Motivation von Handlungen für das Karma. Verkürzt könnte man sagen, dass sich im Karma die Konsequenzen der eigenen Taten ausdrücken bzw. die Tatsache, dass es so etwas wie Karma gibt, diese erst hervorbringen. Und zwar im "Guten" wie im weniger Guten. Es lohnt sich, das genauer zu betrachten und daraus dann Rückschlüsse auf die Sinnhaftigkeit einer Astrologie zu ziehen, die vorgibt, Taten aus vergangenen Leben erkennen zu können.

Nehmen wir an, jemand ist eher ängstlicher Natur und sorgt sich vor allem darum, was andere über ihn denken. Er tut das, um gemocht zu werden, gut dazustehen, beäugt sich selbst kritisch und spricht innerlich viele Urteile über sich. Das hat zur Folge, dass er sich nicht vollwertig wähnt und im Laufe der Jahre gewöhnt er sich daran, seine Taten etwas zu schmücken, um sie aufzuwerten. Er schwindelt ein bisschen.

Doch früher oder später wird das kompliziert, weil man sich ja merken muss, was man wem an aufgerüschten Geschichten erzählt hat. So wird man entweder sehr wortkarg, um sich nicht zu verplappern oder aber erzählt sich und anderen Geschichten, die mehr oder weniger identisch sind. Oder man erfindet neue Geschichten, um zu kaschieren, dass man schon vorher bissel geschwindelt hat. Und so zieht derjenige das Netz um sich selbst immer fester und enger, verliert den Bezug zu den tatsächlichen Geschehnissen und lebt in einer erzählten und gedachten Welt. Das ist die Auswirkung, die Folge. Die Saat war die Angst und Sorge, nicht gut angesehen zu sein und sich daher ein wenig aufzuwerten. Als heutige Folge ist da die Sorge, enttarnt zu werden. Das Denken und das Handeln werden davon bestimmt.

Ändern kann man das Gewesene nicht. Was man tun kann, ist erkennen und dann neue Wege beschreiten. Das erfordert Mut und vor allem Übung in der ungewohnten Sicht- und Handlungsweise. Als weniger hilfreich hat sich in vielen Fällen erwiesen, weiterhin im Kreislauf der Urteile über sich selbst zu verharren, gedanklich bei Dingen zu bleiben, an denen nichts mehr zu ändern ist.

Das Gute an dieser „Diagnose“: So etwas hat man erlebt, es ist einem nahe. Man weiß, dass man geschwindelt hat, man kennt die Folgen und kann lernen, ohne diese Verschönerungen auszukommen. Man kann aber natürlich auch zum Karma-Astrologen gehen, der konstatiert, dass man einen rückläufigen Merkur in Konjunktion zum rückläufigen Neptun in Haus 3 und schon in vielen Leben Nachbarn und Geschwister beschwindelt hat. Da kann man dann vermutlich nur noch einen Drehschwindel bekommen… Denn überprüfbar ist eine solche Aussage nicht. Eher zementiert sie das bisherige Verhalten als etwas Schicksalhaftes oder esoterisch-moderner ausgedrückt als „karmisch“ Bedingtes. Ob das hilft, Konditionierungen zu erkennen, sei dahingestellt. Zudem wird meines Wissens nie erwähnt, dass Karma Umstände „braucht“, unter denen es zur „Reife“ gelangt. Gibt es diese Umstände nicht, dann braucht man sich den Kopf über den rückläufigen Merkur in Konjunktion zum Neptun in Haus 3 oder nicht vorhandene Geschwister auch nicht zu zerbrechen.

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Archiv: Die Grammatik des Horoskops

Beitrag von GreenTara » Do 25. Mai 2017, 12:29

Dem Anfänger fällt es oft schwer, sich im Wald des Horoskops zurechtzufinden. Da wird von einem Haus 1/Mars/Widder - Prinzip gesprochen und so getan, als könnte man diese drei Begriffe unter einen Hut bringen, weil sie sowieso das gleiche Thema ansprechen. Zum Suchen und Finden von Konstellationen mag das hilfreich sein, für die konkrete Deutung stellt es aber eher eine zusätzliche Hürde dar. Dann tauchen Fragen auf wie "Ist Venus in 1 dasselbe wie eine Venus im Widder?" oder "Wenn es um meine Art mich zu verständigen geht, nehme ich dann das 3.Haus oder den Merkur?".

Diese Fragen habe ich mir auch oft gestellt, doch durch die Praxis bin ich zu einer Antwort gekommen:

Man nehme einfach an, die Tierkreiszeichen stellen Modalitäten dar, so wie die Adjektive. Die Adjektive können einen Sachinhalt nur näher beschreiben (Haus im Zeichen), sie können ihm Attribute geben. Oder im Sinne eines Adverbs können sie einen Vorgang näher beschreiben (Planet im Zeichen).

Die Häuser sind für die Sachinhalte zuständig, sie zeigen an, um was es überhaupt geht. Sie weisen eine Parallele zu den Nomen auf, die immer den Inhalt eines Satzes angeben, um den es geht.

Die Planeten schließlich sind die Verben, sie sorgen für die Emotionen und Gefühle, die wir beim ausagieren einer bestimmten Energie erleben. Sie bringen alles in Bewegung und versorgen uns mit Gefühlen, Eindrücken und Vorstellungen.

Um jetzt beim Beispiel zu bleiben: Der Unterschied zwischen einer Venus im Widder und einer Venus in 1 ist der, dass die Venus im Widder nur allgemein aussagt, dass die Art und Weise der Hingabe stürmischer und instinktiver Natur ist. Die Fähigkeit, etwas zu lieben oder anziehend zu finden ist mit den Attributen Entflammbarkeit, Kraft und schnelles Zulangen behaftet, man fackelt nicht lange, um sich zu holen, was man begehrt. Währenddessen kümmert sich die Venus in 1 um ihr eigenes Wohlergehen, sie gibt sich den eigenen (Trieb-)Bedürfnissen hin, wie z.B. Essen oder die Durchsetzung eigener Antriebe. Wie sie das anstellt, verrät und wiederum die Zeichenposition.

Michael Roscher sagte, dass z.B. die Venus nicht unbedingt für die Liebe im zwischenmenschlichen Sinne verantwortlich sein muss, wenn sie nicht Herrscher von 7 ist. Wäre sie z.B. Herrscher von 3 in 9, dann wäre die Radix-Venus nur für die Liebe und Anziehung zum Ausland, zu weiten Reisen oder Bildung zuständig, nicht jedoch für eine Beziehung zu einem anderen Menschen.

Dieser Aussage möchte ich jedoch entgegenhalten, dass man die aktive Fähigkeit zu Lieben und etwas anziehend zu finden nur über den Planeten Venus erfahren kann. Es stimmt zwar schon, dass ich die Partnerschaftsthemen eines Menschen hauptsächlich über das 7.Haus und dessen Konstellationen abdecken kann, jedoch gibt mir das 7.Haus nur eine Sachinformation über meine Partnerschaftsthemen. Das dortige Zeichen und der Herrscherplanet sagen mir dann noch, wie ich anderen begegne und was sich aktiv abspielt, jedoch erfahre ich dort nichts über meine aktive Fähigkeit, Liebe und Ästhetik zu empfinden. Denn bestimmte Gefühle empfinden können wir nur über die Planeten und ihre Energien.

Wenn jetzt die Venus in 3 stünde, wäre so jemand z.B. an Selbstdarstellung und Kommunikation interessiert, er möchte sich gerne ästhetisch kleiden und einen ergänzenden verbalen Umgang pflegen. Vielleicht ließt er auch gerne und liebt Wortspiele. Jedenfalls kann er die Fähigkeit zu Lieben über das 3.Haus entdecken, und diese Fähigkeit zu Lieben braucht es in einer jeden Liebesbeziehung. Dieser Mensch würde vielleicht über seine 3.Haus-Anlagen lernen, jemand anderen zu Lieben und sich ihm hinzugeben, und erfahren kann er das über Schrift und Wort (Haus 3). Also z.B. über Flirts, Liebesbriefe usw.

So, nun genug Grammatik für heute :)

Autor: Astro25

Danke für die Erlaubnis zur erneuten Veröffentlichung.

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Artikel-Archiv: Obama erhält Friedensnobelpreis

Beitrag von GreenTara » Do 17. Aug 2017, 10:39

Barack Obama fasziniert gekonnt die Massen und versteht es, die Menschen mit seinem Idealismus und seinen Visionen zu faszinieren. Jedoch ist es nicht nur das, es sind auch seine konkreten Handlungen, die völlig im Gegensatz zu seinem Vorgänger George W. Bush stehen und ihm das Image eines Verbesserers verschaffen (aktuell nehmen seine Popularitätswerte in den USA jedoch ab, was mich persönlich verwundert. Vielleicht haben sie entdeckt, dass auch er ein Mensch ist?)

Am 9. Oktober 2009 wurde nun verkündet, dass Obama den Friedensnobelpreis erhalten wird. Dessen Übergabe wird am 10. Dezember 2009 in Oslo stattfinden

Um dieses Ereignis astrologisch näher zu beleuchten, habe ich Obamas Radix mit der Transitdirektion des Jupiterbogens untersucht, der Herrscher des 10./11. Hauses ist und somit für seine Bedeutsamkeit und Position in der Gesellschaft zuständig ist. Überdies steht er noch in Haus 12, ist also für den ganzen IV. Quadranten zuständig

Ich möchte an diesem Punkt vorausschicken, dass ich eine korrigierte Geburtszeit verwende, nämlich 5 Minuten nach der offiziellen Angabe. Roland Gross, ein Astrokollege von mir, positionierte das MC auf 0° Schütze und ich halte das ebenfalls für richtig, und warum, das wird sich gleich zeigen:

Obama TD Nobelpreis.png
Transitdirektion für den 10.12.2009, Jupiterbogen, Campanus-Häuser
Obama TD Nobelpreis.png (171.96 KiB) 77 mal betrachtet

Betrachtet man nun die Transitdirektion nach dem Jupiterbogen für den 10. Dezember 2009, so steht der dirigierte Neptun genau am MC. Somit ist die Korrektur von Roland Gross als richtig anzunehmen.

Der Jupiter selbst steht im Transit als Herrscher von Haus 10 (und 11) in Haus 1. Roscher schreibt dazu „Zur Bedeutsamkeit geboren“. Da es sich hier um einen Transit handelt, muss man das hier als Zeitphase deuten. Somit wird als schon mal nur durch die allgemeinen Transite das Thema angezeigt, gesellschaftlich aufzusteigen und bedeutsam zu werden.

Der T-Jupiter steht auch noch in Konjunktion mit T-Neptun, Jupiter/Neptun, die Idealisierungs- und Glorifizierungskonstellation schlechthin. Im Radix von Obama zeigt sich Jupiter/Neptun über den Radix-Neptun in 9, der ihn in der Öffentlichkeit mit seinen Visionen glänzen lässt.

T-Neptun (mit T-Jupiter) steht in Opposition zum Radix-Uranus, Uranus/Neptun. Uranus/Neptun hat Obama über die 19° Wassermann am AC (Uranus/Neptun-Grad), und Uranus/Neptun entspricht nach Roscher dem Zustand „Wunder werden wahr“. Die Menschen können in ihm nun wieder einmal den Weltverbesserer sehen.

Der dirigierte Neptun am MC sticht am deutlichsten heraus. Neptun am MC bedeutet, die Öffentlichkeit durch ungreibare Ausstrahlung in seinen Bann zu ziehen, in der Gesellschaft den Status eines Selbstlosen und Selbstaufopfernden zu erreichen und zu einer idealisierten Heiligenfigur zu werden, so wie es Lady Diana mit ihrem Neptun in 10 ja war. Was würde von der Analogie her besser zu einer Friedensnobelpreisverleihung passen, als ein Neptun genau am MC?

Danke an Astro25 für die Erlaubnis zur Wiederveröffentlichung

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