Häusersysteme - Apokatastasis

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GreenTara
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Häusersysteme - Apokatastasis

Beitrag von GreenTara » Sa 15. Jul 2017, 08:16

Hallo zusammen :)

die Häusersysteme sind immer einmal wieder Gegenstand von Diskussionen und so ganz leicht ist es nicht, die Berechnungsgrundlagen zu verstehen. Zwar habe ich eines der Standardwerke zu diesem Thema "Astrologische Häusersysteme - Ralph William Holden" nicht nur zur Zierde im Bücherregal stehen und ich habe auch versucht, mir astronomische Grundkenntnisse anzueignen, aber wirklich verstanden habe ich gerade die Berechnung der Zwischenhäuser in den vielen unterschiedlichen Häusersystemen nicht. Immerhin leuchtete mir ein, dass es unsinnig ist, sehr viel Wert auf genaueste Berechnung des Ortes zu verwenden, dann aber weitere Berechnungen auf den Erdmittelpunkt zu beziehen. Da man mir für mich glaubhaft versicherte, das topozentrische Häusersystem würde strikt auf den Ort des Geschehens berechnet, arbeite ich seit langem mit dem topozentrischen Häusersystem.

Eine ganze Weile hatte ich auch die topozentrische Berechnung der Planeten aktiviert, was aber regelmäßig zu nervtötenden Diskussionen wegen der häufigen Abweichung der Mondposition führte, die ich nicht (mehr) führen wollte. Daher habe ich vor etwa zwei Jahren wieder zurückgestellt. Bis heute morgen. :D

Anlass ist das Buch von Pan: APOKATASTASIS. Zum einen hat er es fertiggebracht, in aller Kürze und verständlich für einen Astromomie-DAU wie mich die Berechnungsweisen der unterschiedlichen Häusersysteme zu erklären, und zum anderen festgestellt, was für einen groben Unsinn man veranstaltet, wenn man sekundengenau Häuserspitzen berechnet, diese in der Deutung dann aber ignoriert (etwa durch die 1/6tel-Regel) und Planeten, die durchschnittlich 5° vor einer Hausspitze stehen, in das Folgehaus deutet. Diesen Unfug werde ich ab sofort unterlassen, auch deshalb, weil ich Aspekte auf Zwischenhausspitzen für sehr aussagekräftig halte und es kein bisschen logisch ist, im selben Atemzug einen Planeten deutend in ein Folgehaus zu verfrachten. Zudem werde ich jetzt eine Weile das Campanus-System anwenden. Mir sind bei einigen Stichproben - insbesondere mit ereignisbezogenen Transiten - fast die Augen herausgefallen.

Sie sind mir fast herausgefallen, weil ich Transite nicht sonderlich schätze. Zwar ist das eigene Radix nicht unbedingt das beste Forschungsobjekt - dennoch hat mich immer geärgert, dass sich gravierende Ereignisse nur zu maximal 50% plausibel abbilden, es sei denn, man zieht eine halbwegs stimmige Deutung an den Haaren und mit viel Phantasie herbei. Da ich für mich wichtige Geschehnisse genau datieren kann, bot sich mein Geburtshoroskop für einen ersten "Schnelltest" an. Und schon wurde bislang Unerklärliches deutlich: Setze ich die Campanus-Häuser ein, bilden sich harte Aspekte oder Konjunktionen der laufenden Planeten zu den zeitempfindlichen Hausspitzen - und zwar mit Orben unter 2°. Ein ähnlicher Effekt zeigt sich bei der Verwendung von Tageshoroskopen (Diurnal, Tagesdirektion): Wenn sich zusätzlich zu anderen Anzeigern die Spitze 8 des THs genau auf der Radix-Venus wiederfindet, ist das meines Erachtens ein hoch plausibler Hinweis auf das Eingehen einer dauernden, vertraglichen Bindung namens Heirat (um nur ein Beispiel zu nennen).

Besten Dank, Pan, für diese Anregung und diesen Augenöffner. :) Ich werde die Campanus-Häuser ausgiebig prüfen und hoffe, dass sich Ereignisse aller Art, an denen ich mir bisher die Zähne ausgebissen habe, weniger widerborstig zeigen. (Ein wenig flappsig formuliert, aber durchaus ernst gemeint.)

Schönes Wochenende
Rita

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Häusersysteme - Apokatastasis

Beitrag von GreenTara » Sa 15. Jul 2017, 23:06

Hallo zusammen :)

ich habe meinen Thread über Ursula von der Leyen und ihre mögliche Geburtszeit wiederbelebt, nachdem ich zwei wichtige Ereignisse in ihrem Leben erneut geprüft habe - dieses Mal mit Campanus-Häusern.

Das Ergebnis ist sehr ermutigend, nachzulesen hier: Die Kronprinzessin.

Schöne Grüße
Rita

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Häusersysteme - Apokatastasis

Beitrag von Astro26 » Mo 17. Jul 2017, 08:17

Hallo GreenTara :)

Danke für den Hinweis auf dieses Buch, es kommt auf meine "ToDo-Liste" :D :crazy: Momentan bin ich gerade noch mit ca. 4 anderen Büchern beschäftigt, die ich noch tilgen muss :rofl:

Campanus benutzt den 1. Vertikal des Geburtsortes, daher misst er diesem tatsächlich eine außerordentliche Bedeutung zu. Regiomontanus macht das gleiche mit dem (Himmels-)Äquator und nimmt daher ein anderes Raummaß.

Mich hat bei Campanus immer gewundert, warum er den 1. Vertikal nimmt, wenn er doch am besten gleich den Horizont nehmen könnte. Doch dann ist mir aufgefallen, dass wenn der den Bereich zwischen Ost- und Südpunkt drittelt und mittels Großkreise mit dem Zenit verbinden würde, dass hier der Aszendent auf nicht mit dem 1. Haus zusammenfallen würde. Das 12. Haus wäre somit wahrscheinlich z.B. bei den schnellen Aszendenten mit diesem fast ident. Somit könnte man sagen, dass Campanus das Problem elegant gelöst hat - wobei der 1. Vertikal ansonsten keine große Beachtung findet.

Ich denke, wichtiger als die Frage, welches System besser ist, ist die, worin sie sich unterscheiden. Und zwar von der Bedeutung. Z.B. könnte man bei Regiomontanus sagen, dass dieser dem objektiven od. "überindividuellen" Raum (Himmelsäquator) mehr Bedeutung zumisst, als dem subjektiven Raum (1. Vertikal). Doch was würde dies inhaltlich bedeuten? Vor allem vor dem Hintergrund der praktisch gesehen geringen Differenzen der Häuserspitzen, die inhaltlich nicht viel Unterschied bzgl. der Deutung machen (außer natürlich man arbeitet mit Häusergraden und Hausspitzenaspekten; bei den Häuserherrschern wird sich, außer bei Zeichengrenzen, nicht viel ändern).

Spannende Fragen :)

LG Astro25

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Beitrag von GreenTara » Mo 17. Jul 2017, 14:25

Hallo Astro25 :)
Astro25 hat geschrieben:
Mo 17. Jul 2017, 08:17
Danke für den Hinweis auf dieses Buch, es kommt auf meine "ToDo-Liste" :D :crazy: Momentan bin ich gerade noch mit ca. 4 anderen Büchern beschäftigt, die ich noch tilgen muss :rofl:
Nun ja, es kann ja nicht schaden, wenn man immer etwas zu lesen hat. Nachdem ich auf Pans Erklärung gestoßen war, habe ich auch gleich drei weitere Bücher ausgegraben, um meiner Vorstellungskraft auf die Sprünge zu helfen. ^^

Die astronomischen Grundlagen müsstest du mit Pan diskutieren, da meine Fähigkeit, mir zweidimensional Dargestelltes im Raum vorzustellen, begrenzt ist. Leider. :( Aber ich kann mir so etwas einfach nicht merken und fange jedes Mal wieder fast bei Null an.
Ich denke, wichtiger als die Frage, welches System besser ist, ist die, worin sie sich unterscheiden. Und zwar von der Bedeutung. Z.B. könnte man bei Regiomontanus sagen, dass dieser dem objektiven od. "überindividuellen" Raum (Himmelsäquator) mehr Bedeutung zumisst, als dem subjektiven Raum (1. Vertikal). Doch was würde dies inhaltlich bedeuten? Vor allem vor dem Hintergrund der praktisch gesehen geringen Differenzen der Häuserspitzen, die inhaltlich nicht viel Unterschied bzgl. der Deutung machen (außer natürlich man arbeitet mit Häusergraden und Hausspitzenaspekten; bei den Häuserherrschern wird sich, außer bei Zeichengrenzen, nicht viel ändern).
Meinst du jetzt mit dieser Gegenüberstellung Regiomontanus und Campanus? Falls ja: Die Differenzen zwischen den Zwischenhausspitzen sind teilweise beträchtlich. Ich habe gerade ein Horoskop auf dem Schirm, da weichen die Spitzen des 8. Hauses um 10° voneinander ab (Regiomontanus: 15° 28' Skorpion, Campanus 26°26' Skorpion).

Damit es deutlicher wird, habe ich in dieser Zeichnung die Campanus-Häuser als Häusersystem gewählt und Regiomontanus als sekundäres und die Regiomontanus-Spitzen orange eingefärbt:
Campanus-Regiomontanus.png
Campanus-Regiomontanus.png (187.36 KiB) 648 mal betrachtet
Spannende Fragen :)
:yes: Unbedingt. Mich würde freuen, wenn Pan Zeit findet, seine Wahl (Campanus-Häuser) etwas ausführlicher zu erläutern.

Liebe Grüße
Rita

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Beitrag von Astro26 » Di 18. Jul 2017, 08:33

Hallo GreenTara :)

Jetzt hast du mich promt überführt, dass ich meine eigene Behauptung nicht mit vorher dem Programm überprüft habe :kopfueb: Die Unterschiede zwischen Regiomontanus und Campanus sind nicht ohne...

Ich lese gerade über das Wesen der Zeit. In Anlehnung an Kant wird dabei u.a. festgestellt, dass die Zeit als Anschauung dem Raum übergeordnet ist. Zeit wird auch als reiner Anschauungsbegriff a priori gesehen, der Bewusstsein bzw. inneren Sinn darstellt. Aber die ganze Erklärung geht seitenlang :crazy:

Trotzdem müsste man zuerst genau definieren, wie man Zeit und Raum betrachtet, was sie in der astrologischen Anschauung bedeuten. Ebenfalls muss es inhaltlich einen Unterschied machen, ob ich die Ekliptik, den Äquator oder den 1. Vertikal teile.

Eine erste Überlegung könnte sein:

Placidus nimmt die Zeit als Maß. Das heißt, nicht sinnliche Anschauung und Erscheinung ist gefragt, sondern innerer Sinn (Bewusstsein) als Bedingung für räumliche Erscheinung überhaupt.

Die Zeit wird direkt auf der Ekliptik abgetragen, nicht auf dem Äquator. Daher, es geht um transzendente Bewusstseinsinhalte, innerhalb derer das Individuum seinen Handlungsvollzug versteht / begreift.

Die Zeit steht zusätzlich in Bezug zum Horizont des Geborenen, nicht zum Äquator. Das heißt, das Zeitbewusstsein des Subjekts rückt in den Vordergrund.

Summa summarum könnte es heißen, dass Placidus den inneren Sinn des Subjekts, den dieses in seinem Handlungsvollzug erkennt, nachzeichnet.

Campanus teilt hingegen den 1. Vertikal. Auch hier steht das Individuum im Fokus, im Gegensatz zu Regiomontanus, der den Äquator als Bezugsgröße nimmt.

Da es jedoch auch Ostpunkt- und Zenithäuser gibt, wäre als nächstes zu unterscheiden, worin die Unterschiede zwischen Horizont, 1. Vertikal, Meridian bzw. Zenit und Nord- und Ostpunkt liegen.

Intuitiv würde ich sagen, dass Campanus die auf das Individuum bezogenen Erscheinungen im Raum anzeigt und weniger latente Sinninhalte.

Aber das sind alles Gedanken, wie richtig sie sind, sei dahingestellt :kopfueb:

Wenn sich Pan dazu äußern würde, wäre das sicher spannend.

LG Astro25

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Beitrag von GreenTara » Di 18. Jul 2017, 20:49

Hallo Astro25 :)
Astro25 hat geschrieben:
Di 18. Jul 2017, 08:33

Jetzt hast du mich promt überführt, dass ich meine eigene Behauptung nicht mit vorher dem Programm überprüft habe :kopfueb: Die Unterschiede zwischen Regiomontanus und Campanus sind nicht ohne...
Das war gar nicht meine Absicht, dich zu überführen - ich wollte sichergehen, dass ich dich richtig verstanden habe.
Ich lese gerade über das Wesen der Zeit. In Anlehnung an Kant wird dabei u.a. festgestellt, dass die Zeit als Anschauung dem Raum übergeordnet ist. Zeit wird auch als reiner Anschauungsbegriff a priori gesehen, der Bewusstsein bzw. inneren Sinn darstellt. Aber die ganze Erklärung geht seitenlang :crazy:
Oje, wird dir dabei nicht ganz anders? Ich habe x mal versucht, Philosophen zu lesen und habe jedes Mal fast einen Drehschwindel bekommen oder war verwirrter als zuvor. Nach der dritten Warum-Frage landet man unweigerlich im Universum bzw. ist man eigentlich aus der Welt heraus (überspitzt formuliert).
Trotzdem müsste man zuerst genau definieren, wie man Zeit und Raum betrachtet, was sie in der astrologischen Anschauung bedeuten. Ebenfalls muss es inhaltlich einen Unterschied machen, ob ich die Ekliptik, den Äquator oder den 1. Vertikal teile.
Letzteres verstehe ich sofort, ersteres eher nicht. Intuitiv würde ich meinen, Raum und Zeit sind nicht getrennt. Begründen kann ich das leider nicht.

Jetzt muss ich mal springen, nicht, weil es uninteressante Gedanken von dir sind, sondern weil ich die erst einmal genau überdenken möchte.
Intuitiv würde ich sagen, dass Campanus die auf das Individuum bezogenen Erscheinungen im Raum anzeigt und weniger latente Sinninhalte.
Bissel recherchiert und herumexperiemtiert habe ich schon. Zum Einen wird in einigen Büchern behauptet, dass sich subjektiv als wichtig Erachtetes am besten mit den Campanus-Häusern abbilden lässt. Einen Hinweis darauf gibt es im Buch von Holden. Zum anderen hat der verblichene Manfred Gregor ausschließlich mit Campanus gearbeitet, und egal, wie ich ihn persönlich einschätzte: Wissen und Erfahrung hatte er schon. Meine eigenen Tests waren ermutigend, was Geburtshoroskope angeht. Ereignishoroskope muss ich noch prüfen.
Aber das sind alles Gedanken, wie richtig sie sind, sei dahingestellt :kopfueb:

Das kann man ja diskutieren, prüfen, verwerfen, modifizieren, was auch immer. Womöglich stellt sich heraus, dass je nach zu untersuchendem "Objekt" das Werkzeug entsprechend auszuwählen ist.

Liebe Grüße
Rita

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Beitrag von Pan » Mi 19. Jul 2017, 07:06

Hallo Rita, hallo Astro25
GreenTara hat geschrieben:
Mo 17. Jul 2017, 14:25
:yes: Unbedingt. Mich würde freuen, wenn Pan Zeit findet, seine Wahl (Campanus-Häuser) etwas ausführlicher zu erläutern.
Da hast Du den Nagel wieder einmal auf den Kopf getroffen. Hab mir ja schon selbst überlegt ob ich dazu was schreiben soll. Doch so richtig konnte ich mich nicht dazu durchringen. Denn was ich dazu zu sagen habe ist starker Tobak. Doch nun kann ich mich ja nicht mehr davor drücken. Recht herzlichen Dank :ohnmacht:

Das wird aber eine längere Geschichte und sie wird die meisten Astrologen vor den Kopf stoßen.

Es ist wirklich ein heikles Thema über das im deutschen Sprachraum schon seit hundert Jahren ergebnislos und zum Teil geradezu fanatisch gestritten wird. Doch was ich dazu zu sagen habe macht alles noch viel, viel schlimmer. :crazy:

Um meine Schlussfolgerungen und Einsichten verständlich rüberzubringen muss ich ein bisschen ausholen, quasi bei Adam und Eva beginnen.

Einen Ort auf der Erdkugel können wir mit Längen- und Breitengraden genau lokalisieren. Dieses Äquatoriale Koordinatensystem ist uns allen gut bekannt. Es wird auch für die astrologischen Berechnungen benutzt, unter anderem zur Bestimmung des Ereignisortes.

Das zweite Koordinatensystem, dass für astrologische Berechnungen benutzt wird ist das ekliptikale. Es ist wie das äquatoriale System eine Kugel mit Längen- und Breitengraden und Polen. Da wo sich beim ersten der Äquator befindet, befindet sich beim zweiten die Ekliptik. Im ekliptikalen Koordinatensystem werden die Positionen der Himmelskörper gemessen.

Das dritte für astrologische Berechnungen benutzt Koordinatensystem ist das topozentrische, das auch Horizont- oder lokales System genannt wird. Auch hier haben wir eine Kugel mit Längen- und Breitengraden und Polen. Anstelle des Äquators und der Ekliptik befindet sich hier der 1. Vertikal. Im topozentrischen Koordinatensystem werden die Positionen der Achsen (AC/DC, MC/IC) und die Campanus-Gazulus Häuser gemessen.

Achsen und Campanus-Gazulus Häuser gehören also zusammen. Alle anderen Häusersysteme benutzen ihre eigenen Formeln für die Zwischenhäuser Berechnung und entlehnen die Achsen bei Campanus-Gazulus, sofern sie diese überhaupt beinhalten.

Bei eingehender Betrachtung dieser drei „astrologischen“ Koordinatensysteme wird früher oder später klar, dass Horoskope nur auf drei Arten richtig berechnet werden können. Und das schockierende daran ist, dass die übliche Art der Horoskopberechnung nicht dabei ist. Doch darauf gehe ich später ein.

Liebe Grüße
Pan

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Beitrag von GreenTara » Mi 19. Jul 2017, 14:05

Hallo Pan :)

ich freue mich sehr, dass du dich überwinden konntest, trotz deiner Bedenken zu schreiben. Für mich ist es völlig okay, wenn du weiter ausholst und mein Kopf ist stoßfest. ^^
Bei eingehender Betrachtung dieser drei „astrologischen“ Koordinatensysteme wird früher oder später klar, dass Horoskope nur auf drei Arten richtig berechnet werden können. Und das schockierende daran ist, dass die übliche Art der Horoskopberechnung nicht dabei ist. Doch darauf gehe ich später ein.
In deinem Buch hast du für die Koordinatensysteme sehr fein erstellte Grafiken eingebunden. Wäre es möglich, dass du hier die ein oder andere hochlädst - zwecks besserem Verständnis?

Wenn ich dich richtig gelesen und verstanden habe, bist du der Ansicht, es wäre vernünftig, die Häuser jeweils 30° groß zu zeichnen und die Tierkreiszeichen entsprechend zu stauchen oder zu strecken. Meines Wissens machen das auch diejenigen, die nach Huber/API arbeiten bei ihrem Häuserhoroskop. Leider können nur Spezialprogramme diese Darstellung und auf astro.com geht es nur mit Kochhäusern.

Und wenn ich mich nicht völlig irre, wird die von dir vorgeschlagene Form der Darstellung von bspw. Roscher Mundanhoroskop genannt. Das Interessante daran soll sein, dass sich so sehr schnell Aspekte ablesen lassen, die in der herkömmlichen Darstellung verloren gehen. Ist es ungefähr dieser Sachverhalt, der dir wichtig ist?

Danke für deinen Einstieg in diesen Thread und liebe Grüße
Rita

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Beitrag von Astro26 » Mi 19. Jul 2017, 18:06

Hallo Pan :)

Auch ich freue mich, dass du hier antwortest.

Doch nun habe ich eine Zwischenfrage, die sich mir gestellt hat, die ich jetzt loswerden muss. Sonst vergesse ich sie wieder :kopfueb:

Du bevorzugst in deinem Buch (das ich auszugsweise auf Google-Books gelesen habe) das topozentrische System, mit dem Argument, dass es sich auf die Erdoberfläche und nicht auf den Erdmittelpunkt (geozentrisch) bezieht. In deinen weiteren Ausführungen zeigst du auf, dass die Positionen der Planeten auf der Ekliptik nicht mittels der Großkreise durch die Ekliptikpole (sprich: ekliptikale Länge) festgestellt werden sollte, sondern mit den Großkreisen, die durch den Nordpunkt des Horizonts verlaufen (topozentrisches System).

Bei der Berechnung von Horoskopen wird jedoch nicht der scheinbare Horizont verwendet (der tatsächlich auf der Erdoberfläche aufliegt, daher im wahrsten Sinne topo-zentrisch; hier verwendest du den Begriff anders oder in doppelter Bedeutung?), sondern der wahre Horizont, der zwar auch auf den Ereignisort bezug nimmt, jedoch trotzdem durch den Erdmittelpunkt geht. (Link: http://www.astro.com/astrologie/cw_astro_houses_g.htm)

Wenn du nun in deinem Buch die Begriffe "topozentrisch" (womit du die Berechnung der Plantenpositionen auf der Ekliptik durch die Verortung auf den Großkreisen des Nordpunktes meinst) und "geozentrisch" kontrastierst, so geht dies nur, wenn du tatsächlich den scheinbaren Horizont bei der topozentrischen Berechnung heranziehst. Nimmst du jedoch den wahren Horizont als Berechnungsgrundlage, so ist die Berechnung der Planeten auf der Ekliptik auf dessen Basis genauso geozentrisch, wie bei der üblichen Methode.

Müsste es dann nicht eher heißen:

Übliche Planetenberechnung: Ekliptikales System

Einheitliche Berechnung: Horizontales System

Das Horizontale System könnte dann wieder zwischen geozentrisch und topozentrisch differenziert werden.


Ich hoffe, ich habe hier nich einen Knoten im Kopf :crazy:

Danke für deine Zeit und liebe Grüße,

Astro25

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Beitrag von Pan » Mi 19. Jul 2017, 18:20

Hallo Rita :)
Pan hat geschrieben:
Mi 19. Jul 2017, 07:06
Bei eingehender Betrachtung dieser drei „astrologischen“ Koordinatensysteme wird früher oder später klar, dass Horoskope nur auf drei Arten richtig berechnet werden können. Und das schockierende daran ist, dass die übliche Art der Horoskopberechnung nicht dabei ist. Doch darauf gehe ich später ein.
Damit meine ich nur die Berechnung und nicht die Darstellung. Die Horoskop Darstellung ist schlussendlich Geschmackssache. Ich werde später noch einmal darauf zurückkommen.
GreenTara hat geschrieben:
Mi 19. Jul 2017, 14:05
Wenn ich dich richtig gelesen und verstanden habe, bist du der Ansicht, es wäre vernünftig, die Häuser jeweils 30° groß zu zeichnen und die Tierkreiszeichen entsprechend zu stauchen oder zu strecken. Meines Wissens machen das auch diejenigen, die nach Huber/API arbeiten bei ihrem Häuserhoroskop. Leider können nur Spezialprogramme diese Darstellung und auf astro.com geht es nur mit Kochhäusern.

Und wenn ich mich nicht völlig irre, wird die von dir vorgeschlagene Form der Darstellung von bspw. Roscher Mundanhoroskop genannt. Das Interessante daran soll sein, dass sich so sehr schnell Aspekte ablesen lassen, die in der herkömmlichen Darstellung verloren gehen. Ist es ungefähr dieser Sachverhalt, der dir wichtig ist?
Die Horoskop Darstellung mit gleich grossen Häusern (auch Mundanhoroskop oder Häuserhoroskop genannt) war in der klassischen Astrologie üblich und in der indischen Astrologie ist sie es auch heute noch. Auch im angelsächsischen Raum ist sie weit verbreitet. Das Huber Häuserhoroskop ist ein Spezialfall, da hier die Planeten so behandelt werden, als hätten sie 0° Breite und die Häuser linearer auf 30 Grad gestreckt oder gestaucht werden. Dies führt zu leichten Abweichungen gegenüber der üblichen Mundanhoroskop Darstellung.
Mundanhoroskope.png
Mundanhoroskope.png (112.22 KiB) 536 mal betrachtet
Die Aspekte lassen sich überhaupt nicht mehr ablesen. So misst im folgenden Beispielhoroskop der tatsächliche Winkel im 3D Raum zwischen Sonne und Pluto 93,85°, der üblicherweise auf der Ekliptik berechnete 2D Winkel beträgt 93,93° und der optische 2D Winkel im Mundanhoroskop ist 119,5° gross.
mundan huber.png
Links Mundanhäuser, rechts Huber Häuserhoroskop (beide mit Campanus Häusern)
mundan huber.png (164.14 KiB) 536 mal betrachtet
Wie gesagt will ich hier gar nicht so sehr auf die Darstellung, sondern auf die Campanus-Gazulus Häuser und die Horoskop Berechnung eingehen.
Pan hat geschrieben:
Mi 19. Jul 2017, 07:06
Im topozentrischen Koordinatensystem werden die Positionen der Achsen (AC/DC, MC/IC) und die Campanus-Gazulus Häuser gemessen.
Achsen und Campanus-Gazulus Häuser gehören also zusammen.
Pan hat geschrieben:
Mi 19. Jul 2017, 07:06
Bei eingehender Betrachtung dieser drei „astrologischen“ Koordinatensysteme wird früher oder später klar, dass Horoskope nur auf drei Arten richtig berechnet werden können. Und das schockierende daran ist, dass die übliche Art der Horoskopberechnung nicht dabei ist. Doch darauf gehe ich später ein.
Ich brauch noch ein bisschen Zeit um das ganze grafisch aufzubereiten. :gruebel:

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Beitrag von GreenTara » Mi 19. Jul 2017, 18:56

Hallo Pan :)

danke für deine Erklärung und die Grafiken. :) Das werde ich bei astro.com nachstellen und hoffen, dass dann der Groschen fällt.
Pan hat geschrieben:Die Aspekte lassen sich überhaupt nicht mehr ablesen. So misst im folgenden Beispielhoroskop der tatsächliche Winkel im 3D Raum zwischen Sonne und Pluto 93,85°, der üblicherweise auf der Ekliptik berechnete 2D Winkel beträgt 93,93° und der optische 2D Winkel im Mundanhoroskop ist 119,5° gross.
Okay, dann muss ich noch mal suchen, was Roscher genau geschrieben hat. Gut möglich, dass da ein Begriff nicht ganz sauber verwendet wurde und ich etwas anderes meinte als du. Mir geht es um sehr "kurzlebige" Aspekte, die im Gegensatz zu den üblicherweise berechneten unter Umständen nur minutenlang gültig sind statt Tagen, Wochen etc.
Ich brauch noch ein bisschen Zeit um das ganze grafisch aufzubereiten.
:yes: Es eilt ja nicht und ich habe eine Ahnung, wie zeitaufwändig die Erstellung von Grafiken sein kann.
Achsen und Campanus-Gazulus Häuser gehören also zusammen.
Das habe ich soweit verstanden und mir wurde auch bestätigt, dass die Berechnungsformeln für andere Häusersysteme für die Achsen und die Zwischenhäuser unterschiedlich sind.

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Beitrag von Pan » Mi 19. Jul 2017, 19:56

Hallo Astro25

Mit topozentrisch meine ich wie üblich „auf den Beobachtungsort oder Ereignisort bezogen“. Mit Topozentrisches Koordinatensystem meine ich die auf den Ereignisort bezogene Koordinaten mit dem scheinbaren Horizont. Man nennt es auch Horizontsystem bei dem der Horizont eine zentrale Rolle spielt. Da das Pendant von Ekliptik und Äquator aber nicht der Horizont, sondern 1. Vertikal ist, bevorzuge ich eben die Bezeichnung Topozentrisches Koordinatensystem.
Der Unterschied zwischen wahrem und scheinbarem Horizont ist bei den Achsenberechnungen so gering, dass man ihn vernachlässigen kann.

LG, Pan
Zuletzt geändert von Pan am Mi 19. Jul 2017, 21:07, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Astro26 » Mi 19. Jul 2017, 20:28

Hallo Pan :)

Danke für die Erklärungen :spitze:

@GreenTara
Oje, wird dir dabei nicht ganz anders? Ich habe x mal versucht, Philosophen zu lesen und habe jedes Mal fast einen Drehschwindel bekommen oder war verwirrter als zuvor. Nach der dritten Warum-Frage landet man unweigerlich im Universum bzw. ist man eigentlich aus der Welt heraus (überspitzt formuliert).
So in etwa, ja :) Manchmal denke ich mir, "Seelenfrieden" wird man mit der Philosophie nicht finden. Wenn ich mal lange genug mich intellektuell gequält habe, werde ich mich irgendwann mehr mit religiösen oder spirituellen Inhalten beschäftigen. Hier findet man wahrscheinlich schneller geistige Klarheit und Frieden.
Bissel recherchiert und herumexperiemtiert habe ich schon. Zum Einen wird in einigen Büchern behauptet, dass sich subjektiv als wichtig Erachtetes am besten mit den Campanus-Häusern abbilden lässt. Einen Hinweis darauf gibt es im Buch von Holden. Zum anderen hat der verblichene Manfred Gregor ausschließlich mit Campanus gearbeitet, und egal, wie ich ihn persönlich einschätzte: Wissen und Erfahrung hatte er schon. Meine eigenen Tests waren ermutigend, was Geburtshoroskope angeht. Ereignishoroskope muss ich noch prüfen.
Mit den Campanus-Häusern haben wir jedoch bereit in unseren Breiten Häuser, die drei Zeichen umfassen. Das ist zwar kein Problem, aber es ist zumindest mal ungewohnt.

Übrigens: Auf Seite 18 des Buches "Kritische Grade im Horoskop" von Roscher (blaues Buch, 2005) schreibt er, dass jüngere Forschungen ergeben haben, dass die Campanus-Häuser auch sinnvoll mit den KG anwendbar sind. Scheinbar hat Roscher auch den Wert der Campanus-Häuser erkannt, wenngleich er sie nicht über die Topozentrischen bzw. Placidus-Häuser stellt.

LG Astro25

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Häusersysteme - Apokatastasis

Beitrag von Traumprinz » Mi 19. Jul 2017, 21:01

Hallo Astro :) und alle anderen :)

Ich finde die Diskussion hier sehr faszinierend, habe aber bisher nichts aktiv dazu beizutragen, ich warte erstmal ab, wie sich das Spektrum entfaltet. :yellowgrin:
Astro25 hat geschrieben:
Mi 19. Jul 2017, 20:28
Mit den Campanus-Häusern haben wir jedoch bereit in unseren Breiten Häuser, die drei Zeichen umfassen. Das ist zwar kein Problem, aber es ist zumindest mal ungewohnt.
Wenn ich etwas eher geboren wäre, würde mein 12. Haus nach Placidus nicht nur den Stier, sondern auch noch den Widder komplett überspannen. Das ist also nicht unbedingt ein Campanus-eigenes Phänomen...

Forscher-Grüße in die Runde,
Björn

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Beitrag von GreenTara » Mi 19. Jul 2017, 22:16

Hallo zusammen :)

hallo Astro25 :)
Astro25 hat geschrieben:
Mi 19. Jul 2017, 20:28
So in etwa, ja :) Manchmal denke ich mir, "Seelenfrieden" wird man mit der Philosophie nicht finden. Wenn ich mal lange genug mich intellektuell gequält habe, werde ich mich irgendwann mehr mit religiösen oder spirituellen Inhalten beschäftigen. Hier findet man wahrscheinlich schneller geistige Klarheit und Frieden.
Konnte mir auch nicht vorstellen, dass du dabei wirklich Freude empfindest. :D Ich beschäftige mich derzeit mit Marxismus, und es stellte sich ein unglaublicher Effekt ein: Etwas, was in mir rumorte, war innerhalb kürzester Zeit befriedet. Damit hatte ich nun wahrlich nicht gerechnet. :D
Mit den Campanus-Häusern haben wir jedoch bereit in unseren Breiten Häuser, die drei Zeichen umfassen. Das ist zwar kein Problem, aber es ist zumindest mal ungewohnt.
Ich finde es auch ungewohnt, aber nicht wirklich störend. Was ich bisher an Ereignissen via Transit über Geburtshoroskope genauer angesehen habe, ist durchaus ermutigend. In THs scheint es auch gut zu funktionieren.
Übrigens: Auf Seite 18 des Buches "Kritische Grade im Horoskop" von Roscher (blaues Buch, 2005) schreibt er, dass jüngere Forschungen ergeben haben, dass die Campanus-Häuser auch sinnvoll mit den KG anwendbar sind. Scheinbar hat Roscher auch den Wert der Campanus-Häuser erkannt, wenngleich er sie nicht über die Topozentrischen bzw. Placidus-Häuser stellt.
Danke für den Tipp - ich hatte fälschlich die Regiomontanus-Häuser erinnert. Es sind aber ausdrücklich die Campanus-Häuser erwähnt. Habe bei mir mal den KG an Spitze 5 geprüft, der ist schon fast gruselig zutreffend, wobei der Grad der Spitze 5 mit den topozentrischen Häusern auch nicht völlig daneben ist.

Liebe Grüße
Rita

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